Der Stickstoffkreislauf im Koiteich
Wasserwerte & Pflege · 4 Min. Lesezeit · Koiya Redaktion
Der Stickstoffkreislauf ist das Herzstück der biologischen Filterung. Ammonium, das aus Fütterung und Atmung der Fische entsteht, wird von spezialisierten Bakterien im Filter zunächst in Nitrit und dieses anschließend in Nitrat umgewandelt. Ammonium und Nitrit sind für Koi giftig, Nitrat ist das vergleichsweise harmlose Endprodukt. Bis die Bakterienkultur zuverlässig arbeitet, muss sie sich erst aufbauen — das nennt man Einfahren.
Die drei Stufen
Ammonium → Nitrit → Nitrat. Für die beiden Umwandlungsschritte sind unterschiedliche Bakteriengruppen zuständig. Diese autotrophen Bakterien vermehren sich langsam, weshalb der Aufbau Geduld erfordert. Aus etwa 1 mg Ammonium entstehen dabei rund 3 mg Nitrit und in der Folge etwa 4 mg Nitrat.
Wie lange das Einfahren dauert
- Einlaufphase: mehrere Wochen (im Bioturm mindestens ca. 6 Wochen).
- Temperatur: ab ca. 20 °C läuft die Biologie richtig an; unter 20 °C arbeiten die Bakterien deutlich langsamer.
- Zielwerte Ammonium/Nitrit: unter 0,2 mg/l; in der Phase ist eine Nitrit-Spitze bis ca. 0,5 mg/l möglich.
- pH beachten: Fällt er unter 6,5, stellen die nitrifizierenden Bakterien ihre Arbeit ein.
Was den Aufbau beschleunigt — und was nicht
- Animpfen mit eingefahrenem Filtermaterial aus einem stabilen Teich ist das wirksamste Mittel.
- Ein leichtes Aufsalzen (0,1–0,15 %) in der Einfahrphase kann unterstützen.
- Von kommerziellen Starterbakterien wird in der Praxis abgeraten — die Besiedlung braucht schlicht Zeit.
- Fütterung bei noch nicht eingefahrenem Filter reduzieren oder aussetzen, um Spitzen zu vermeiden.
- Als Orientierung wird ein Biofilter-Volumen von etwa 5–10 % des Teichvolumens genannt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Einfahren eines Koiteich-Filters?+
In der Regel mehrere Wochen (im Bioturm mindestens ca. 6 Wochen). Die Biologie läuft ab etwa 20 °C richtig an; darunter deutlich langsamer.
Helfen gekaufte Starterbakterien beim Einfahren?+
In der Praxis wird davon abgeraten. Am wirksamsten ist das Animpfen mit bereits besiedeltem Filtermaterial aus einem stabilen Teich — der Rest braucht Zeit.
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Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine fachkundige Beratung durch Tierärztinnen und Tierärzte, Aquaristik-Fachleute oder erfahrene Koi-Halter. Die Angaben beruhen auf in der Koi-Haltung etablierten Praxis-Werten; für die individuelle Anwendbarkeit im Einzelfall übernehmen wir keine Gewähr.
